ITP Zeitschel

Vorbemerkungen

Bei Eisenbahnbrücken sind "unabhängig von der Bauart" einige zusätzliche Nachweise zu führen. Dabei geht es im Wesntlichen um Verformungen. Diese Nachweise sollten in der Entwurfsphase geführt werden, da sie für die gesamte Konstruktion maßgebend werden können. Oft kann man diese Nachweise nur dadurch erfüllen, indem man die Konstruktion grundlegend verändert. Wenn der Blick auf den Bauwerksplan ein mulmiges Gefühl im Bauch erzeugt: dann diese Nachweise führen!

Bei jedem Nachweis muss man schauen, mit welchen Lasten konkret der Nachweis zu führen ist, da gibt es alle möglichen Kombinationen.

Manche Nachweise sind nur für bestimmte Konstruktionen (eingleisige Stahlüberbauten) zu führen; beim Resonaznachweis lohnt es sich immer zu prüfen, ob selbiger ggf. entfallen kann.

Und: für einen kleinen Stahlbetonrahmen sind diese Nachweise sicher erfüllt?!!!

Liste der Nachweise

  • Resonanzrisiko
  • Schienenspannungen
  • Endtangentenwinkel
  • Verformungswege an Überbauenden
  • Verwindung des Überbaus
  • Vertikale Verformung des Überbaus
  • Querverformungen und Querschwingungen des Überbaus
  • max. vertikale Durchbiegung für den Reisendenkomfort

Normen

  • Handbuch EC 1 Bd. 3 Kap. I Anhang A2 A2.4.4
  • RiL 804.3101 Nachweise unabhängig von der Bauart

Die beide Normen gelten parallel.

Aber immer die "Vorbemerkungen" lesen! Die RiL 804.3101 Abschn. 3 ersetzt den EC1-2 Abschn. 6.4.4.

Auch bei den Schienenspannungen (Längskraftabtragung) ersetzt die RiL 804.3401 den EC 1-2 Abschn. 6.5.4.5 und 6.5.4.6!

Also: nur weil man seiner Planung die aktuellen EC's zugrunde legt, arbeiet man doch nicht nach den maßgebenden Normen! Wir leben in einem tollen Land.

Die RiL 804.3401 nennt im Abschn. 7 auch noch eine Verformungskriterium: 5mm Längsverschiebung (beim vereinfachten Nachweis für einteilige Überbauten).

Letzte Änderung: Montag, 11.06.2018   |   Erstellt von TYPO3-Beratung.com, Nürtingen/Stuttgart