ITP Zeitschel

Begriff "integrale Brücken"

Unter integralen Brücken versteht man solche Bauwerke, bei denen der Überbau mit allen Unterbauten monolithisch verbunden ist. Es gibt also weder Lager noch Fugen.

Bei semiintegralen Bauwerken sind überlichweise nur die Pfeiler, nicht aber die Widerlager, monolitisch mit dem Überbau verbunden.

Lastansatz für Temperatur

Ein möglicher Lastansatz für die Temperaturbeanspruchung findet sich in der ZTV-ING  Teil 5 Abschn. 2 Kap. 3.2.6.

Erddrücke im Sommer bzw. Winter

Bei integralen Brücken werden die sich einstellenden Erddrücke der jeweiligen Jahreszeit zugeordnet.
s.a. "Richtlinien... Abschn. 3.2
In der Sommerzeit stellt sich "mobilisierte Erddruck" ein, im Winter soll nur der halbe aktive Erddruck angesetzt werden. Weiterhin muss auch der Erdruhedruck untersucht werden. Dabei ist zwischen Widerlagerwand und Flügeln zu unterscheiden.

Die Umsetzung erfolgt über drei Lastfälle:
1. Erwärmung und mobilisierter assiver Erddruck
2. nur Erdruhedruck sowie
3. Abkühlung und halber aktiver Erddruck
Diese drei Lastfälle werden einer Einwirkung "ERDT" zugewiesen. Für die Überlagerung gilt die Regel "alex".

Nur wenn die Gründung relativ nachgiebig ist, treten auch nennenswerte Unterschiede (der Verformungen) zwischen den drei Varianten auf.

Berechnung integraler Bauwerke

Hier ist es erforderlich, eine Grenzwertbetrachtung der Baugrundsteifigkeiten durchzuführen.

Wesentlich sind neben den klassischen Verkehrslasten die Zwangsschnittgrößen.
Dazu muss man sich im Vorfeld mit dem Prüfingenieur verständigen. Vor allem muss aber der Bodengutachter die dazu erforderlichen Werte liefern.

Falls der AG den Schwierigkeitsgrad einer solchen Planung nicht erkennt bzw. honoriert, so sind die Probleme vorprogrammiert. Dann lässt man an besten die Finger von dem Projekt. Der Auftrag für die Begutachtung der Mängel kommt später?

Umsetzung mit Sofistik

In der SOFiSTiK gibt es mehrer Möglichkeiten, die unterschiedlichen Bettungen zu modellieren:

Variante 1
Im Modul SOFiMSHC kann man nach einem "STEU RSET" über negative Nummer der Strukturflächen (oder über PROP) die Bettung dieser Strukturflächen ändern.

Variante 2
Wie man das im SOFiMSHA macht, davon habe ich keine Ahnung.

Variante 3
Im AQUA kann man über bmat Bettungen (auch ganz raffinierte) definieren. Diese Variante scheidet hier aber aus.

Variante 4
Die Vorzugsvariante ist es, über den Satz GRUP und FAKB im Modul ASE die Bettungen bei der Ermittlung der Schnittgrößen zu modifizieren.

Anschnittmomente

Auch hier genügt es, die Anschnittmomente nachzuweisen.

Literatur

  • Roman Geier; integrale Brücken
  • Schiefer, Fuchs, Brandt, Maggauer, Egerer; Besonderheiten beim Entwurf
    semi-integraler Spannbetonbrücken, Sonderdruck Beton- und Stahlbetonbau, Heft 10-2006
  • Dr. M. Fuchs; Massivbaukolloquium WS 2009/10, Autobahndirektion Nordbayern, "Besonderheiten beim Entwurf (semi-) integraler Straßenbrücken

s. Repositorium: integrale Brücken

Bodengutachten

Das Bodengutachten (geotechnischer Entwurfsbericht) legt die geotechnische Kategorie des Bauwerks fest. Integrale Brücken sollten der geotechnischen Kategorie 2 zugeordnet werden. Entsprechend der "Richtlinien für den Entwurf und die Ausbildung von Ingenieurbauwerken RE-ING Teil XX Ingenieurbau Abschnitt XX Integrale Bauwerke (Entwurf 15.04.2011)" Abschn. 2.2, sind durch den Bodengutachter untere, obere und mittlere Bodensteifigkeiten anzugeben. Vor allem muss der Gutachter aber auch wissen, dass er ein Gutachten für eine integrale Brücke zu erarbeiten hat! 

Gelenk am Pfahlkopf

Gelegentlich ist es vorteilhaft, den Pfahlkopf gelenkig mit dem Widerlager zu verbinden. Die Details sind zwar etwas unüblich, aber es lässt sich realistisch umsetzen.
s. Repositorium "Betongelenk"

Stahlverbundrahmen

Die Ortbetonplatte der Stahlverbundfahrbahn sollte wenigstens 25cm dick sein (s. RE-ING "Integrale Bauwerke" Abschn. 4.3.1).

tyischer Querschnitt

Letzte Änderung: Samstag, 14.03.2015   |   Erstellt von TYPO3-Beratung.com, Nürtingen/Stuttgart